Gemeindeverwaltung
Jurastrasse 19
3422 Alchenflüh
Tel. 034 447 40 50
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Eidg. Schwingfest
Gemeindebuch
Wussten Sie, dass der Gasthof „Bären“ in Alchenflüh 1764 an seinem heutigen Standort neu gebaut wurde, und dass 24 Jahre später der „Stock“ und etwas später die einst berühmte, heute verschwundene „Bärenscheune“ dazukamen? Die alte Taverne (Gasthof), deren Namen wir nicht kennen, stand vormals der Mühle gegenüber am Mühlebach, weil nämlich die lokale Hauptstrasse von Burgdorf her über den heutigen „Mühleweg“ nach Rüdtligen führte.
Erst als die Berner Regierung 1756 die neue Argäuerstrasse anlegen und ausbauen liess, mündete die „Burgdorfstrasse“ wie heute in die Hauptstrasse ein. Der Wirt und Müller Hans Marti ergriff sogleich die Gelegenheit, die Lage seines Gasthofes den neuen Verhältnissen, nämlich dem neuen Knotenpunkt zweier Strassen anzupassen.
Bald werden Sie auch nachlesen können, wann die Gemeinde ihren offiziellen Namen „Rüdtligen-Alchenflüh“ erhielt. Nämlich erst 1926 ! Damals wurde ein seit Jahrzehnten fehlender Beschluss der Einwohnergemeindeversammlung nachgeholt und durch den Regierungsrat bestätigt. Was also in Geschichtsbüchern als Fusion bezeichnet wird, war einzig die rechtliche Klärung eines seit langem geübten Brauchs. Im selben Jahr enstand auch das Wappen. Es beruht auf der irrigen Meinung, der Wortteil Alchen- habe etwas mit Elchen und das Wort „Rüdtligen“ etwas mit einem Rüden (männlicher Hund) zu tun. Heute weiss man es (vielleicht) besser, aber das Wappen ist nun offiziell im Berner Wappenbuch.
Interessiert es Sie, wie das Bahnhofquartier entstanden ist, wie sich das Bauerndorf entwickelt hat, welche Rolle das „Unterdorf“ einst spielte, und dass man dieses auf der modernen Landeskarte gar nicht mehr sieht, weil es nicht angeschrieben ist ?
Was sagen Sie dazu, dass die Gemeinde sich 1848 vehement gegen eine Umfahrung von Alchenflüh wehrte und dann 1903 einer Strassenbahn nach Koppigen zustimmte, wenn auch nur halbherzig? Wussten Sie, dass der Rüdtligenwald eine lange Geschichte hat, aber nur gerade das „Meienhölzli“ zu Rüdtligen und der ganze Rest des Waldes zur Gemeinde Fraubrunnen gehört ? Weiss man überhaupt, wo Rüdtligen-Alchenflüh ist ? – Die Medien machen zwar Fortschritte, der Kanton weniger.
Das sind einige Fragen, die wir bereits beantwortet haben, sie stellen zwar nur Ausschnitte aus grösseren Kapiteln dar, welche bereits redaktionell bearbeitet sind und sich vor allem mit dem Verkehr, der Gemeinde als Institution und ihrer Geschichte befassen. Dazu haben wir auch bereits einige Bilder gesammelt und möchten den Damen und Herren, die uns darin unterstützten, herzlich danken. Es ist auch erstaunlich, was unser Gemeindearchiv für Schätze birgt. Vor allem haben wir das Planarchiv durchforscht und neu geordnet und dabei allerhand Entdeckungen gemacht, die uns – zusammen allerdings mit Plänen aus dem Staatsarchiv – nun dazu dienen, die Siedlungsentwicklung von Alchenflüh, Rüdtligen und Unterdorf zu untersuchen. Dabei ist geplant, den Siedlungsstand im 18. und 19. Jahrhundert zu zeigen und zu vergleichen, um dann im 20. Jahrhundert den tief greifenden Wandel darzustellen. Mit diesem Kapitel werden wir die Grundlage legen für die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung mit ihren besonderen Unterabschnitten.
Es geht vorwärts, aber es braucht noch etwas Geduld!
Der Präsident der Kommission Ortsbuch
Prof. Dr. Heinz E. Herzig


